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Medienkompetenz

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Definition / Beschreibung des Themas
Medienkompetenz ist ein häufig benutztes Schlagwort der netzpolitischen Diskussion, dessen Bedeutung zwischen belächeltem Beiwerk und Allheilmittel bei Bildungschancen und Jugendschutz schwankt. Der Begriff beschränkt sich aber nicht auf technische Fragestellungen, sondern umfasst auch die Fähigkeit zum Verstehen von Medien. Die Diskussion hat sich deshalb auf den Begriff Medienbildung ausgeweitet, da ein kompetenter Umgang mit Medien nicht einmal erlernt und dann angewendet werden kann, sondern andauernd fortgebildet und erneuert werden muss.

Strittige Punkte
Häufig wird argumentiert, dass ein umfassender Ansatz zur Medienbildung den Jugendschutz im Internet ersetzen müsse, da mit technischen Mitteln kein Jugendlicher davon abgehalten werden könne, ungeeignete Inhalte im Internet abzurufen.

Politische Bedeutung
Die Erziehung der Kinder ist Aufgabe der Eltern. Dieser Grundsatz wird durch eine umfassende Bildung in den Schulen unterstützt. Das Elternhaus und die Schule müssen dabei Hand in Hand gehen. Gleichzeitig wird der Umgang mit der Digitalisierung schon als vierte Kulturtechnik neben Lesen, Schreiben und Rechnen bezeichnet. Die Erwartung ist deshalb, dass Eltern und Schulen die Kinder auf den kompetenten Umgang mit den Medien, und insbesondere mit den Errungenschaften des Internet, hinwirken.

Position des AK Netzpolitik
Medienbildung ist das Zusammenwirken verschiedener Politikfelder von Schul- und Bildungspolitik bis Medienpolitik zwischen den Zuständigkeiten von Bund und Ländern. Medienbildung ist aber zunächst Verantwortung Aller und Aufgabe jedes Einzelnen. Wo Hilfe benötigt wird, ist es eine gesellschaftliche Aufgabe, die durch den Staat unterstützt werden kann. Dies kann u.a. durch eine stärkere und verpflichtende Verankerung der Medienkompetenz in den Lehrplänen, zielgerichtete Elternarbeit oder durch die Stärkung kindgerechter Angebote im Internet erfolgen.

Ausblick in die Zukunft
Die Frage einer besseren Medienbildung von Schülern wirkt immer noch wie die Frage nach der Henne und dem Ei. Eine bessere Ausbildung der Lehrer unter dem Gesichtspunkt lohne nicht, solange keine technische Ausstattung vorhanden ist, und Investitionen in die Technik können nicht erfolgen, solange keine Konzepte zur Nutzung der technischen Ausstattung im Unterricht vorliegen, heißt es häufig. Diesen Kreislauf gilt es zu durchbrechen. Deshalb sollen in Zukunft alle Schülerinnen und Schüler mit Notebooks oder Tablet-PCs ausgestattet werden und nicht mehr die Schulen. So sind alle Beteiligten gezwungen, sich damit auseinanderzusetzen und der Umgang mit dem Internet kann sich lebensnah auf viele Schulfächer ausbreiten und fristet nicht im Informatik-Unterricht ein Schattendasein.

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