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2. Digital niemanden zurücklassen

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Das Internet und insbesondere der mobile Zugang zu diesem führen dazu, dass örtlich und zeitlich ungebunden nahezu alles Wissen der Welt zur Verfügung steht. Auch die Kommunikation mit anderen wird durch neue Dienste und digitale Kanäle laufend erweitert.
Folglich ist auch das Engagement des Einzelnen nicht mehr begrenzt auf seinen unmittelbaren Lebensraum. Reale Veranstaltungen und Treffen werden ergänzt durch Onlineforen und soziale Netzwerke. Es entwickeln sich neue Formen der Organisation und Zusammenschlüsse von Menschen. Die neu entstehenden Strukturen eröffnen die Möglichkeit jederzeitiger politischer Einflussnahme, über geographische, politische oder soziale Grenzen hinweg.

Ähnlich umfassende Veränderungen finden sich in der Arbeitswelt. Zunehmend mehr Menschen sind nicht mehr an einen bestimmten Ort gebunden, um ihrer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Bei manchen beschränkt sich die notwendige Infrastruktur nur noch auf einen Netzanschluss und ein Endgerät. Zunehmend befristete Arbeitsverhältnisse und der daraus folgende häufige Wechsel des Arbeitsplatzes erschweren eine Verwurzelung  im vertrauten Umfeld. Persönliche Bindungen lockern sich und lassen sich häufig nur noch virtuell aufrecht halten. Das Netz ist hier Auslöser neuer Herausforderungen und kann gleichzeitig Teil der Lösung sein.

Die Vernetzung ist heute nicht mehr nur ein technischer Zustand, sondern auch von hoher sozialer Bedeutung für jeden Einzelnen. Informationen, die Einzelnen wichtig sind, werden in sozialen Netzwerken im Internet geteilt, statt wie früher gezielt versendet zu werden. Dies geschieht mit steigender Häufigkeit und mit zunehmender Bedeutung für alle Lebensbereiche. Es ist davon auszugehen, dass die Nichterreichbarkeit im digitalen sozialen Netzwerk künftig wahrgenommen werden wird, wie heute beispielsweise ein fehlender Telefonanschluss.

Nicht jeder kann mit diesem Wandel und dieser Geschwindigkeit Schritt halten. Hier müssen der Staat und die Gesellschaft solidarische Hilfestellung geben. Sowohl durch die Vermittlung von Kompetenzen in der vierten Kulturtechnik, die Unterstützung bei der Bereitstellung von Ressourcen und dem flächendeckenden Breitbandausbau sowie dem Schutz der Schwächeren, wenn die Hilfe zur Selbsthilfe nicht ausreicht. Dies muss geschehen, um einer digitalen Spaltung der Gesellschaft entgegenwirken und auch die nicht zurückzulassen, die sich bewusst gegen eine Teilhabe am Internet entscheiden.

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